Winzer des Monats Oktober: Weingut Hareter

Winzer des Monats Oktober

Weingut Hareter, Weiden am See / Burgenland

Unfiltriert, ungeschönt und unkonventionell sind die bio-zertifizierten Weine des Weinguts Hareter. "Ich habe es mir zum Ziel gesetzt", sagt Thomas Hareter, „die Herausforderungen jedes einzelnen Jahrgangs anzunehmen, auf jeden Wein individuell einzugehen und dessen Eigenheiten hervorzuheben“. Dabei kann ohne die optimale Balance in den Weingärten kein Wein nach seinen Vorstellungen entstehen, findet Hareter, der das Weingut 2011 übernommen hat. Für Hareter besteht die heikelste Aufgabe des Winzers darin "die Traube vom Stock in die Flasche zu geleiten". Er macht das sanft und umsichtig und baut jeden Wein nach seinen Eigenarten aus. Dabei machen die traubeneigenen Hefen durch Spontangärung den Traubensaft "zu dem Wein, der er bestimmt ist zu werden". Ob intensiv, feingliedrig, charaktervoll, saftig, kühl, gehaltvoll oder vielschichtig!

Nach dem darwinschen Motto "Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand" möchte Hareter Weine mit Bestand schaffen. Dabei soll jeder Wein sein größtmögliches Lagerpotential ausschöpfen. Das Feingliedrige, das die Hareter-Weine auszeichnet, die Struktur, die die Weine trägt und die Balance, die diese Weine so harmonisch macht, sollen auch nach Jahren noch erlebbar sein. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den heimischen Sorten Zweigelt und Blaufränkisch auf der einen sowie Weißburgunder und Welschriesling auf der anderen Seite.

Geschichte vom Bio-Weingut

Die Familie Hareter betreibt seit 1725 (soweit das nachverfolgbar ist) Landwirtschaft. Seit mindestens vier Generationen wird auch Wein angepflanzt. Den elterlichen Betrieb von Gerda und Matthias hat Sohn Thomas, der seit dem Abschluss der Weinbauschule Krems 1996 am Weingut mitarbeitet, 2011 übernommen. Bereits 2006 fiel die wichtige Entscheidung auf biologische Bewirtschaftung umzustellen und seit 2009 - nach dreijähriger Umstellungszeit - ist das Weingut bio-zertifiziert. Seit 2009 ist auch Claudia mit dabei. 

Vinifizierung

Bei der Vinifikation der Weine setzt das Weingut auf eine Kombination von Tradition und modernen Methoden. Dabei werden die Trauben für die Weißweine schonend gepresst und anschließend temperaturgesteuert vergoren, um die optimale Ausprä-gung der Aromen zu gewährleisten. Der weitere Ausbau erfolgt in Edelstahltanks und ungarischen Barriques sowie Tonneaux.

Die Rotweinvinifikation erfolgt ausschließlich in offenen Gärbottichen mit mehrmals täglich schonendem Unterstoßen des Maischekuchens per Hand. Alle Rotweine durchlaufen den biologischen Säureabbau. Die weitere Lagerung erfolgt in kleinen und großen Holzfässern. Die großen, 35 Jahre alten Holzfässer fassen 2000 Liter und sind im Gegensatz zu den kleinen Eichenfässern aus Akazienholz. Der Vorteil gegen-über dem Stahltank ist der natürliche Lufteintrag durch das Holz. Diese minimale Sau-erstoffzufuhr lässt die klassischen Rotweine elegant reifen.

Lagen

Die Weingärten liegen hauptsächlich über Weiden am See. Das heißt, sie befinden sich nicht in See-Nähe, sondern auf und über dem Wagram, dem ehemaligen Meeresufer.

Die Reben profitieren natürlich vom besonderen Mikroklima, das der See um sich herum kreiert, allerdings sind die Böden nicht sandig und warm, wie bei typischen See-Weingärten im Seewinkel, sondern ziemlich steinig, meist lehmig-schottrig, wie man es auch vom Leithaberg kennt. Diese Eigenschaften des Bodens schmeckt man selbstverständlich auch in den Weinen: Das Schottrige hinterlässt im Wein minerali-sche Spuren, manchmal sogar einen richtigen Salzgeschmack. Die Kühle der Lage bewirkt auch eine kühle Weinfrucht, also kein marmeladiges Obst, sondern frische Früchte mit lebendiger Nase.

 

Diesen Wein können Sie bei uns auch verkosten:

HARETER Blaufränkisch BIO

Dieser Bio-Blaufränkisch (ungeschönt & unfiltriert) besticht durch seine dunkle, intensive granatrote Farbe mit schwarzem Kern. In der Nase sortentypisch mit dunkler, kühler Frucht (Heidelbeeren), Kräutern, saftig und würzig. Am Gaumen grazil und elegant, mit dunklen Beeren, mineralisch nach Kiesel, würzig mit einem langen Abgang.