Winzer des Monats Dezember: Weingut Kraft

Winzer des Monats Dezember

Weingut Kraft, Rust/Burgenland

"Jedem Jahrgang seine Eigenheiten, jeder Rebsorte ihre Besonderheiten."

Bis in das Jahr 1749 reicht die Geschichte der Familie Kraft zurück, und immer schon war sie eng verbunden mit dem Weinbau. Seit jeher werden im Haus, im Zentrum der Freistadt Rust, Weine produziert, die im Gedächtnis bleiben. Besonderes Augenmerk legte man schon immer darauf, die optimalen Lagen für die geeigneten Reben zu finden. Nur in den besten Rieden am Ruster Hügelland wie Mariental, Vogelsang, Umriss und Geier gelangen die Sorten Chardonnay, Sauvignon Blanc, Blaufränkisch aber auch Merlot und Cabernet Sauvignon zu außergewöhnlicher Reife, und werden so zu Weinen, die ihren Sortencharakter wie auch ihre ganz spezielle Herkunft nicht verleugnen.

Mit äußerster Sorgfalt nimmt man sich hier auch der Traditionssorte Furmint an, die, nur in Rust beheimatet, mit Ihrer klaren Frucht nach Quitten und Äpfeln, feinstrukturierte Weine ergibt. Der besonderen Lage am Neusiedler See zum Dank, wird, ganz der Tradition verpflichtet, und nur wenn die Natur es zulässt, der Ruster Ausbruch mit seinem eleganten Säure-Zucker-Spiel gekeltert.

Aus gutem Grund, seit 1749

Weine aus dem Ruster Weingut Kraft profitieren von der speziellen Bodenstruktur und den Einflüssen des pannonischen Klimas: Während die Wurzeln der Reben tief in einer Wechselschicht aus Löss, Kalk und Sedimenten des urzeitlichen Burgenland-Meeres ihre Nährstoffe finden, sind Stock, Laubwand und Trauben heißen, trockenen Sommern und kalten, niederschlagreichen Wintern ausgesetzt.

Jede Riede hat ihren besonderen Charakter und es will wohl überlegt sein, welche Rebsorte wo ausgepflanzt wird. Schließlich beeinflusst diese Entscheidung die Entwicklung der Weinpflanze, der Trauben und schließlich auch den Wein im Glas. Im Süden von Rust (Richtung Mörbisch) herrschen kristalline, steinige Lagen mit Schiefer und Schotter vor, welche bestens für den Malbec geeignet sind. Westlich der Stadt überwiegen hingegen sandige, zum Teil sehr trockene Böden, wo sich die Stöcke des Sauvignon Blanc am wohlsten fühlen. Blickt man nach Norden bzw. in den Nordwesten zeigen sich kalkhaltige Lagen, die durch Meeresablagerungen geprägt sind – hier findet man neben dem einen oder anderen Muschelfossil den Blaufränkisch vom Weingut Kraft.

Doch nicht nur der Boden in Rust ist einzigartig, auch der Einfluss des Neusiedler Sees ist spürbar und die Wasserfläche von Europas größtem Steppensee wirkt als Wärme- und Feuchtigkeitsregulator auf unsere Rieden. So schafft uns die Spiegelung der Sonneneinstrahlung verglichen mit anderen Anbaugebieten einen kleinen aber spürbaren Vegetationsvorsprung. Untertags speichert der See die Wärme der burgenländischen Sonne und gibt sie in der Nacht langsam wieder ab. Laue Weingartennächte sind die Folge.

Purismus schafft Opulenz

In ihren Weingärten hält sich die Familie Kraft bewusst zurück, lässt der Natur freie Hand. Sie verzichtet auf künstliche Bewässerung, Herbizide oder Kunstdünger. So entstehen Kraft-Weine mit ehrlichem Charakter - man "erschmeckt das Jahr" und ahnt beim Kosten, ob es ein trockener, heißer oder sehr verregneter Sommer war.

Gleichzeitig verbringen die Winzer in ihren Ruster Weingärten auch sehr viel Zeit und legen großen Wert auf Handarbeit: Stocktrieb-Entfernen, Trauben-Teilung, Laubwand-Pflege, Weinlese und viele weitere dieser aufwändigen Arbeitsschritte sind ihnen wichtig. Denn sie sind überzeugt, dass ein guter Wein bereits im Weingarten entsteht. Das ist auch ein Grund, warum sie weder Trauben zukaufen noch ihre eigenen Trauben teilen. Die Famile Kraft verarbeitet ausschließlich das Beste aus ihren eigenen Weingärten, und dieses Beste hat opulente "Kraft" in sich, da der Weinstock erheblich weniger Trauben ausbilden muss. So ernten sie weniger Trauben pro Hektar, aber mehr Geschmack pro Glas.

Ruhe nach dem Sturm

Nach der Lese "brodelt" es im Keller, der Most vergärt zu Sturm. Danach wird es leise, aber sicher nicht still um den Wein. Und man übt sich in Geduld, lässt dem Wein Zeit zu reifen. Bei den Holzfässern setzt das Weingut auf Regionalität, die Weine reifen in Eichen aus der Gegend. Dabei gibt man ihnen die Zeit, die sie brauchen, auch wenn das bis zu drei Jahre oder länger dauern kann. Die Familie Kraft versteht ihren Wein als Werk der Natur, nicht als ein Design des Kellers. Deshalb arbeitet sie auch im Keller puristisch – verwendet werden kein Vakuumverdampfer und keine Umkehrosmose, sie filtrieren ihre Weine, wenn sie meinen es ist notwendig, und füllen sie unfiltriert in die Flasche wenn sie meinen es ist möglich. Als Winzer hilft die Famile Kraft jedem Wein jedes Jahrganges, seine spezifischen Merkmale in bestem Licht zu präsentieren.

 

Diesen Wein können Sie bei uns auch kosten:

KRAFT Blaufränkisch

Der Blaufränkisch ist der Lokalmatador der Kraft‘schen Rotweintrauben. Wie keine Zweite hat er sich über den Lauf der Jahrhunderte an die Gegebenheiten des Gebiets angepasst. Und weil's ihm dort so gut gefällt, wird er auch so gut. In der Riede Gemärk, die getrennt durch eine Bundestraße in oberes und unteres geteilt wird, stammt dieser einfache Blaufränkisch aus dem kühleren unteren Gemärk. Der schwere Lehmboden mit feinen Kalksteineinschlüssen speichert selbst in den heißesten Jahren genügend Wasser und versorgt ihn so mit allen wichtigen Ressourcen. Der kühle Blaufränkisch reift ausschließlich im Edelstahlfass und wird nach circa ein bis zwei Jahren in die Flasche gefüllt, wo ihm meistens ein nicht allzu langes Leben gegönnt wird - obwohl er sehr gerne altern würde!