Zum Tag des Apfels

Sonnenschein in Flaschen

Der Apfel erfreut auch in flüssiger Form

Bereits Römer, Germanen und Kelten tranken gerne Cider. Denn einst war der fermentierte Apfelsaft sauberer als Trinkwasser. Heute bieten Pubs in England Cider vom Zapfhahn an und auch hierzulande erfreut sich Apfelwein wachsender Beliebtheit.

Cider ist ein alkoholhaltiges Getränk aus vergorenen Äpfeln. In Amerika bedeutet Cider oft einfach Apfelsaft. Die alkoholhaltige Version wird dort hard cider genannt. Die Herstellung ähnelt dem von Wein. Daher wird Cider auf Deutsch auch Apfelwein – im Saarland Viez, in Hessen Ebbewoi – genannt. Die in Deutschland gängigen Varianten sind ohne Kohlensäure, genau wie Most in Österreich.

In Frankreich heißt das prickelnde Apfelgetränk Cidre, ist süßer und hat weniger Alkohol als in Großbritannien. Es gibt ihn als Cidre deux (schmeckt vorzüglich zu Süßspeisen), als demi sec und brut und kommt vornehmlich aus der Normandie und der Bretagne. Spanischer Sidra stammt traditionell aus Austurien und Kantabrien und hat eher zitronig-säuerliche Noten. Er wird kunstvoll aus luftigen Höhen eingeschenkt. In Großbritannien ist klassischer Cider stark, trocken und reich an Tanninen, während in
Schweden eher süße und in Südafrika trockene Cider beliebt sind.

Je nach Apfelsorte und ihrem Säure- und Tanningehalt ist das Endprodukt eher süß, schneidend-sauer, bittersüß oder herb. Cideräpfel haben klingende Namen wie Dabinett, Crimson King, Merry Legs oder Slack-ma-Girdle in England oder Prieta, Teórica, Clara oder Ernestina in Spanien.

Moderne Cider-Hersteller experimentieren mit verschieden Techniken und Hefen bei der Herstellung. Ebenso werden Cider gern mit verschiedenen Früchten aromatisiert. Auch gibt es gehopfte Varianten oder Ice Cider aus am Baum gefrorenen Äpfeln in Kanada.

In Frankreich und England werden auch (nur) Birnen vergoren. Diese ergeben einen Birnen(perl)wein, den man französisch Poiré oder englisch Perry nennt und der nicht mit Birnen-Cider zu verwechseln ist. Letzterer entsteht aus einer Mischung von Äpfeln und Birnen.

 

Und so kommt der Apfel als Cider in die Flasche:

 

1. Apfelernte

Cideräpfel werden erst vollkommen reif geerntet. So steht der gesamte Zucker für die Fermentation zur Verfügung.

 

2. Pressen

Äpfel werden sortiert und gewaschen. Dann zu Apfelmaische vermahlen und zu süßem Saft gepresst.

 

3. Gärung

Der Saft wird in Gärtanks gefüllt, wo wilde Hefe von den Schalen oder zugefügte Kulturhefe den natürlichen Zucker in Alkohol und Kohlensäure verwandelt.

 

4. Reifung

Nach der Gärung darf der junge Cider in Fässern seine komplexen Aromen entwickeln. Das dauert von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten.

 

5. Verschneiden

Die dunkle Kunst des Cider-Machens: Das Wissen, welche Cider vermischt werden, um eine Vielfalt der Aromen zu erreichen.

 

6. Klärung

Traditionelle Cider sind naturtrüb. Zumeist werden sie gefiltert – so erhält man einen klaren Cider.

 

7. Abfüllen

Cider wird still oder prickelnd in Flaschen, Dosen oder Fässern gefüllt.

 

8. Genießen

Jetzt dürfen wir dieses wunderbar vielseitige Getränk genießen! Prost!