Rum

Rum

Auf der Zuckerseite des Lebens

Rum ist eigentlich ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Das Getränk der Karibikträume wird nämlich aus der süßen, zähflüssigen und dunkelbraunen Melasse, die beim Zuckersieden übrig bleibt, hergestellt. Mit Wasser zu Maische verarbeitet, mit Hefe vergoren und anschließend destilliert, landet der klare Zuckerrohrbrand in Edelstahltanks oder Fässern zum Reifen. Weißer Rum reift meist nur kurz, denn je länger er im Fass liegt, desto dunkler wird seine Farbe. Auch die überbordende Vielfalt der Aromen, die ein Rum mitbringen kann, hängt nicht zuletzt von der Länge der Reifezeit ab.

 

Aromenvielfalt

Aromatechnisch unterscheidet man im Wesentlichen drei verschiedene Rum-Stile: Beim spanischen Stil stehen die Süße, sowie Vanille-, Kaffee- und Schokoladennoten im Vordergrund. Ein Rum im britischen Stil ist schwerer und extrem aromatisch. Rum im französischen Stil wird ausschließlich aus frischem Zuckerrohrsaft (ja, auch das ist möglich) hergestellt und ist blumiger, würziger im Geschmack.

Wird Rum aus dem frisch gepressten Saft des Zuckerrohrs destilliert, heißt er Rhum agricole. Aus eben diesem süßen Saft entsteht auch das brasilianische Nationalgetränk Cachaça. Diese Zuckerrohr-Spirituose kennt man nicht zuletzt aus dem Trendgetränk der 90er Jahre: dem Caipirinha.

Aus Melasse hergestellten Rum nennt man übrigens Rhum traditionnel.

 

Einmal um die Welt

Mit Rum verbindet man zwar Karibikgefühl pur, doch kommt Zuckerrohr ursprünglich aus Neu-Guinea. Von dort verbreitete es sich über die Philippinen bis nach Indien, China und Persien, danach weiter nach Nordafrika und Spanien. Christoph Columbus schließlich brachte 1493 Zuckerrohr auf die Antillen, denn Zucker war damals eine der begehrtesten Waren der Zeit.

 

Piraten und Seefahrer

Auf langen Seereisen, wo Wasser, Bier oder auch Wein schnell verdarb, gewann Rum an Reife. So erhielten etwa die Matrosen der Royal Navy ab 1655 zweimal täglich ihr „tot“, eine Ration von einem halben Pint – also etwa ein Viertel Liter – Rum. Bis 1970 war die tägliche Rumration bei den Briten üblich, auch wenn er zwischenzeitlich reduziert wurde. Beliebt war die süße Beute auch bei Piraten –und das nicht nur in Kinofilmen. Jedenfalls zieren Schiffe und Piraten bis heute so manche Rumflasche.

 

Rum für die Rebellion

Der Name „Rum“ schließlich soll sich vom altenglischen Wort „Rumbellion“ ableiten, was in etwa Aufruhr bedeutet. Viel Aufruhr machte der Konsum des Zuckerrohrbrandes ganz bestimmt, denn der damals eher starke, scharfe Rohbrand war anfangs alles andere als ein Genussmittel mit viel Aroma. Gerne machte man ihn mit Wasser, Zitronensaft und Zucker als „Grog“ gefälliger oder versuchte in mit allerlei Gewürzen genießbarer zu machen. So entstand etwa der „Spiced Rum“.

 

Alt, älter, aromatisch

„Anejo“ nennt man in der spanischen Welt einen alten Rum. Ist er besonders alt, heißt er „Gran anejo“. Auf Französisch heißt alter Rum „vieux“ und ist hier mindestens drei Jahre gereift. Beim Rhum agricole findet man etwa die Bezeichnung XO, wenn er mindestens sechs Jahre in Eichenfässern gelagert wurde.

Besonders gut schmeckt alter Rum pur auf Zimmertemperatur! Jüngerer, zumeist weißer Rum erfreut uns in den verschiedensten Cocktails wie Cuba Libre, Mojito oder Daiquiri.

An dieser Stelle verraten wir auch gerne ein tolles Rezept für einen Mai Tai vom Barkeeper Marco Pani aus dem „Luster“ im 6. Bezirk:

 

Funky Mai Tai

6 cl Appleton Signature Blend

1 cl Fernet Branca

2 cl Maraschino Luxardo

1,5 cl Monin Mandel Sirup (Orgeat)

3 cl frisch gepresster Limettensaft

3 cl Caraibos

100% direkt Ananas Saft

2 frische Minzeblätter

 

Alles zusammen mit Esiwürfel shaken und in einen Tiki oder in ein großes Long Drink Glas geben.

Mit Ananas, Minze und Heidelbeeren dekorieren.

 

Zum Wohl!